Wenn Gartenarbeit sich zur Sucht steigert

Was für den einen die Zigarette, ist für den anderen sein Garten. Für viele ein Rückzugsort von dem stressigen Alltag, für andere wiederum eine Lebensaufgabe. Im eigenen Garten gibt es jedes Jahr von Neuem viel zu tun. Manche Leute gestalten ihren Garten so, dass er Park ähnlich erscheint. Mit vielen verschiedenen Abschnitten oder Zeitepochen. Hier muss gemäht, geschnitten und gepflanzt werden, was das Zeug hält. Menschen hält es nicht mehr im Haus sowie sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen.

Der Gartenwahnsinn

Wer jede freie Minute in seinem Garten verbringt und sich für nichts anderes mehr interessiert, sollte Warnhinweise beherzigen. Gartenarbeit kann genauso süchtig machen wie dass spielen in einem Kasino oder die Rauschgiftsucht. Bei der Gartenarbeit wird vom eigenen Körper Dopamin ausgeschüttet, dieses Hormon fördert das Glücksgefühl, wie der Sieg in einem Spiel oder Alkohol. Wer nichts mehr wahrnimmt außer seinen Garten, braucht dringend Hilfe. Personen in der näheren Umgebung des Gartensüchtigen können Warnsignale erkennen und gegebenenfalls dieser Person helfen, indem sie ihm den Gang zu einem Therapeuten vorschlagen.

Warnsignale erkennen

Den Gartensüchtigen erkennt jeder daran, dass er von nichts anderem redet als von seinem Garten. Er weiß über Pflanzen, Blumen, Stauden und Gemüse besser Bescheid als ein Gärtner und streitet auch mal gerne, wenn jemand widerspricht. Für andere Gespräche, sind sie auch noch so aktuell, hat er keine Ohren und verfällt in sein Lieblingsthema. Die Person ist von morgens bis in den Abend hinein in seinem Garten, ignoriert auch schon einmal den Nachbarn oder das Telefon. Die einzigen Orte um ihn ausfindig zu machen, sind die Gärtnerei oder das Gartencenter. Sein Garten wandelt sich stetig. Es wird neu gepflanzt, umgepflanzt, eingetopft und ausgesät. Die Geburtstage der Freunde und der Familie werden völlig ignoriert, sogar der eigene wird nicht wahrgenommen.

Familie und Freunde müssen helfen!

Kennt jemand so eine Person in seinem näheren Umfeld, ist Handeln angesagt. Zuerst versucht man es mit ruhigen Gesprächen und Informationen, dass sich derjenige zurückgezogen hat und nicht mehr am Leben der anderen teilnimmt. Stößt man hier auf taube Ohren, müssen stärkere Geschütze aufgefahren werden. Vielleicht gibt es in der Nähe Selbsthilfegruppen, die im Internet aufgeführt sind. Gespräche mit anderen Betroffenen wirken manchmal Wunder. Hilft das immer noch nichts, muss die Familie informiert werden, die einen Arzt zu Rate ziehen muss. Nur so kann einem Gartensüchtigen über einen gewissen Zeitraum geholfen werden. Auch wenn diese Hilfe nur bis zum nächsten Frühjahr dauert.